Autorin: Sarah | Datum: 27. Okt 2021

Welcher Pflanzendrink soll es sein?

Wie ist der Nährstoffgehalt der Pflanzendrinks?

Mittlerweile gibt es eine grosse Vielfalt an pflanzlichen Milchalternativen. Von Sojadrink, Getreidedrinks wie Hafer-, Reis-, Hirsedrink bis zu Pflanzendrinks aus Mandeln und Nüssen.  Viele der Pflanzendrinks werden mit den Vitaminen B2, B12, Vitamin D und Calcium angereichert, um sich vom Mikronährstoffprofil der Kuhmilch anzunähern.

Bezüglich dem Proteingehalt kommt der Sojadrink am nächsten an die Kuhmilch heran. Wohingegen Getreidemilchersatze kaum Protein enthalten.

Für die Deckung des täglichen Proteinbedarf kann Sojadrink deshalb einen wichtigen Beitrag in einer pflanzenbasierten Ernährung leisten. Bioprodukte sind in Europa gentechfrei und deshalb unbedenklich. 1
 

-->  Werden Getreide- oder Mandel- bzw. Nussdrinks bevorzugt, ist um so mehr darauf zu achten, die Proteinzufuhr mit anderen Nahrungsmitteln zu gewährleisten.

Wo ist das Calcium aus den Bio-Milchersatzprodukten hin?

Vielleicht vermisst du auch seit einigen Wochen deinen angereicherten Bio-Pflanzendrink. Doch weshalb ist das so?

Da Bio-Nahrungsmittel gemäss der Ökoverordnung nicht mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert werden dürfen 2, haben Hersteller von Bio-Pflanzendrinks diese mit der calciumreichen Rotalge «Lithothamnium calcareum» angereichert.

Im April 2021 hat nun jedoch der Europäische Gerichtshof die Verwendung dieser meist konventionell erzeugten Rotalge in Bio-Produkten verboten. 3

Nun wird fleissig nach Lösungen gesucht.

Was kannst du tun, um deine Calciumversorgung trotzdem sicherzustellen?
 

Empfohlen wird eine tägliche Zufuhr von 1000mg Calcium. Um diese zu erreichen:

  • Iss täglich calciumreiche Samen und Nüsse: Mohn, Sesam, Mandeln, Haselnüsse, frisch geschrotete Leinsamen …
  • Iss täglich calciumreiche Gemüse: Brennnessel, Federkohl, Broccoli, Rucola …  
  • Wähle alternativ calciumangereicherte konventionelle Pflanzendrinks (3dl = 360mg Calcium) oder mit Kalziumsulfat hergestellter Tofu oder füge deinen Speisen als Alternative 1g Rotalgenpulver (Lithothamnium) (=ca. 350mg Calcium) hinzu
  • Auch Multivitaminpräparate können die Calciumzufuhr unterstützen
  • Trinke ggf. calciumreiche (>300mg Calcium/l) Mineralwasser
  • Achte auf eine genügende Vitamin D-Versorgung!

 

Für welche Pflanzendrinks du dich auch immer entscheidest, calciumangereicherte Milchersatzprodukte sind auf jeden Fall empfehlenswert, da sie dir helfen, deinen täglichen Calciumbedarf zu decken. Wenn du keine angereicherte konventionelle Pflanzendrinks konsumieren möchtest, achte um so mehr auf eine ausreichende Calciumzufuhr.

Zudem ist es sinnvoll, ungesüsste Varianten zu wählen.

 

Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung durch eine Ernährungsfachperson oder eine Ärztin, einen Arzt.

Quellen: 

1. Neuerburg, W., Schenkel, C., Haccius, M., Hoffmann, U., Langerbein, R., Neuendorff, J., et al. (2013). EU-Verordnung Ökologischer Landbau: Eine einführende Erläuterung mit Beispielen zu Erzeugung, Kontrolle, Kennzeichnung, Verarbeitung und Einfuhr von Öko-Produkten – Mit allen Gesetzes- und Verordnungstexten (4. Aufl.). Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, 10.

2. Rat der Europäischen Union (2007). Verordnung (EG) Nr. 834/2007.

3. Gerichtshof der Europäischen Union (2021). Pressemitteilung Nr. 69/21, Luxemburg – Urteil in der Rechtssache C-815/19.

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